Nicht nur in Urlaubsregionen wie Mallorca oder Thailand sind Knabberfische als Behandlung der Füße voll im Trend. Dort sprießen die entsprechenden Studios fast wie Pilze aus dem Boden. Aber Vorsicht: Nur weil es so beliebt ist, muss es noch lange nicht gut sein. Denn es gibt viele Gefahren und Kritikpunkte, warum Sie einen Bogen um Knabberfische und die entsprechenden Fisch-Spas machen sollten.

Was sind Knabberfische?

Die umgangssprachlich sogenannten Knabberfische heißen eigentlich Rötliche Saugbarbe bzw. Garra Rufa. Es handelt sich hierbei um einen bis zu 14 cm großen Schwarmfisch aus der Familie der Karpfenfische. Typisch für die Rötliche Saugbarbe ist die rötliche Färbung der Schwanzflosse. Ihr Heimatgebiet sind die fließenden Süßgewässer im Bereich des fruchtbaren Halbmondes, also der nördlichen arabischen Halbinsel mit Ländern wie der Türkei und Syrien.

In Fisch-Spa werden die Knabberfische in Schwärmen von rund 150 Tieren in kleinen Aquarien gehalten. Die Besucher halten ihre Füße in die Becken. Die Tiere beginnen daraufhin, abgestorbene Hautpartikel von den Füßen zu knabbern.

Nach Knabberfisch Behandlung: Frau werden 5 Zehen amputiert

Viele Touristen begeben sich relativ unwissend in eines der vielen Fisch-Spas in Urlaubsgebieten. Die junge Australierin Victoria Courthoys, die sich vor einigen Jahren einer Behandlung durch Knabberfische in Thailand unterzogen hat, dürfte dies mittlerweile bitter bereuen. Denn ihr mussten im Anschluss alle fünf Zehen des rechten Fußes amputiert werden.

Der Grund hierfür ist möglicherweise eine Bakterienverseuchung des kleinen Beckens. Die Erreger sind dann wohl über eine alte Operationsnarbe an einem der Zehen in den Körper gelangt. Die Folge waren ständiges Erbrechen und hohes Fieber. Dennoch dauerte es am Ende ganze zwei Jahre, bis Ärzte in ihrer Heimatstadt Perth herausgefunden hatten, was der Grund war. Die Ursache war, dass sich die sogenannten Shewanella-Bakterien auf den Knochen der Frau ausgebreitet hatten. Mittlerweile war der gesamte Knochen des großen Zehs weggefressen. Es folgte die Amputation im Jahr 2012.

Allerdings war die Leidenszeit noch lange nicht vorbei. In den folgenden Jahren mussten nach und nach auch die anderen Zehen entfernt werden. Allerdings zweifeln einige Experten daran, da sich die junge Frau schon bei dem Tritt in eine Scherbe mit Streptokokken infiziert haben könnte, bei dem Sie bereits zuvor einen Teil Ihres großen Zehs verloren hatte. Somit ist die Schuld für das Fisch-Spa nicht eindeutig belegbar.

WARNUNG: Behandlung durch Knabberfische birgt ein hohes HIV und Hepatitis Risiko?

Wie bereits geschildert, können die Knabberfische die Erreger von gefährlichen Krankheiten sowie Viren und Bakterien übertragen. Denn bei nicht entsprechend eingehaltener Hygiene sammeln sich in den Wasserbecken nicht nur die Hinterlassenschaften der Fische, sondern auch die Hautschuppen der Vorgänger. Dies alles bildet einen fruchtbaren Boden für Bakterien, die dann durch kleine Schnitte oder Risse in der Haut sowie Fisch-Bisse oder andere Wunden in den Körper gelangen und so zu Infektionen führen können.

Viele Zeitungen und Magazine, darunter auch bunte.de und bild.de behaupten, dass durch die Behandlung mit Knabberfischen, oder besser gesagt, das verdreckte Wasser auch HIV und Hepatitis übertragen werden könne. Dabei berufen sie sich allesamt auf die British Health Protection Agency, ein Gesundheitsamt aus Großbritannien. Die Ansteckung „sei nicht vollkommen auszuschließen“ aber dennoch relativ unwahrscheinlich.

Sollten Sie eine Behandlung mit Knabberfischen wünschen, dann gehen Sie auf jeden Fall sicher, dass Sie dies an offizieller Stelle, wie einem Therapeut, Arzt oder Heilpraktiker tun. Jeder Hinz und Kunz kann sich ein Aquarium mit Knabberfischen anschaffen und seinen Service anbieten. Es ist UNBEDINGT auf Sauberkeit und Hygiene zu achten, also gehen Sie auf Nummer sicher!

Die Haltung der Knabberfische ist Tierquälerei

Nicht nur durch das Risiko von Infektionen mit Bakterien sind Fisch-Spas im Verruf. Auch die Haltung der Tiere gilt als Tierquälerei. Denn eigentlich gehört es nicht zu ihrer natürlichen Verhaltensweise, dass die Knabberfische die abgestorbene Haut von Menschen fressen. Allerdings lassen die Betreiber die Tiere in der Regel so lange hungern, bis sie beginnen, sich von menschlicher Haut zu ernähren.

Ein weiterer Kritikpunkt sind die kleinen Becken für sehr viele Fische. Dies entspricht überhaupt nicht der natürlichen Lebensweise der Fische, die sich normalerweise in Bodennähe fließender Süßgewässer aufhalten. In der Türkei musste die Regierung diese Fische sogar schon unter Rechtsschutz stellen, um die Überfischung sowie die kommerzielle Ausbeutung der Tiere zu verhindern.

Warum ist eine Behandlung mit Knabberfischen in Deutschland nicht illegal?

In Deutschland darf die Fischtherapie legal angeboten werden. Sie findet bereits seit 2001 Anwendung und erfreut sich auch hierzulande großer Beliebtheit, wird teilweise sogar von Ärzten verschrieben und von zahlreichen Dermatologen und Heilpraktiker empfohlen.

Es stellt sich allerdings die Frage, warum die Fisch-Pediküre durch Knabberfische hierzulande nicht längst als illegal erklärt wurde? Schließlich werden hier ganz offensichtlich Tiere gequält. Und auch das erhöhte Krankheitsrisiko durch die Übertragung von Bakterien und Viren ist definitiv nicht von der Hand zu weisen.

In welchen Städten kann man sich von Knabberfischen behandeln lassen?

Fisch-Spas für die Fisch-Pediküre mit dem Garra Rufa gibt es in vielen deutschen Städten. Sie finden sie in fast allen deutschen Großstädten wie Köln, Bielefeld, Düsseldorf, Aachen, Dortmund, Berlin und Essen. Die Preisspanne ist durchaus groß, je nach Ort des Spas. Im Schnitt liegen die Kosten für eine rund 30 Minuten lang dauernde Behandlung bei um die 20 Euro.

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Kann man Knabberfische auch im Aquarium halten?

Theoretisch können Sie sich auch Ihr eigenes Aquarium mit Knabberfischen halten, wenn Sie regelmäßig eine Fisch-Pediküre über sich ergehen lassen möchten. Allerdings sind hierbei einige Dinge zu beachten. Unter anderem muss das Aquarium eine gewisse Größe haben und sollte mindestens eine Kantenlänge von 1,2 m aufweisen.

Empfohlen ist pro Zentimeter Fisch 3 bis 5 Liter Wasser im Becken. Die Wassertemperatur sollte bei 28 bis 30 Grad Celsius, die Wasserwerte bei 6,5 bis 7,5 pH und die Wasserhärte zwischen 8 und 12° dGH liegen. Auch auf die Einhaltung der Sauberkeit ist zwingend zu achten. Somit ist der Aufwand relativ groß, um sich Knabberfische im Aquarium zu halten.

Wo kann man Knabberfische kaufen?

Knabberfische und die nötigen Aquarien samt Sitzbänken können unter anderem bei Ebay Kleinanzeigen erworben werden. Dort bekommen Sie ein umfangreiches Set für unter 1.000 Euro. Allerdings sollten Sie beachten, dass es sich hierbei um eine Sonderanfertigung handelt und ein Umtausch aus hygienischen Gründen ausgeschlossen ist (§11 Sonderanfertigungen nach §312d).

Fazit

Auch wenn viele Anwender auf die Wirkung einer Fisch-Pediküre schwören und sie zu beliebten Urlaubsattraktionen gehört, sollten Sie sich über die Gefahren und Risiken im Klaren sein. Vor allem bei einem unhygienischen Becken besteht eine große Gefahr, dass Sie sich mit Bakterien oder Viren infizieren, die auch durchaus ernstzunehmende Krankheiten verursachen können. Zudem ist auch der Punkt der Tierquälerei nicht außer Acht zu lassen und von der Hand zu weisen.

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