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Ob Mann oder Frau, wenn es um das eigene Körpergewicht geht, sind beide Geschlechter an einer komfortablen Lösung zum Abnehmen interessiert. Mit dem persönlichen Gewicht ist kaum ein Mensch wirklich zufrieden. Mindestens einmal im Leben hat daher jede Person auf Erden wahrscheinlich schon einmal eine Diät versucht. Und in den meisten Fällen sind die Leute an einer solchen Diät bereits gescheitert.

Solchen Leuten suggeriert die Werbung für Appetitzügler eine schnelle, erfolgreiche Lösung ohne jede Anstrengung und ohne Kalorienzählen. Allerdings erwähnen die schön klingenden, bunten Werbeversprechen die Risiken und Gefahren hinter den Appetitzüglern mit keinem Wort.

Welche Appetitzügler gibt es?

Nach Aussage des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) können viele Mittel, die im Internet als Appetitzügler angepriesen werden, die Gesundheit schwer schädigen. Insbesondere die Appetitzügler, die als Nahrungsergänzungsmittel deklariert werden, durchlaufen anders als Arzneimittel keine behördlichen Zulassungsverfahren. Damit ist die gesundheitliche Unbedenklichkeit nicht erwiesen.

Die unterschiedlichen Arten der Appetithemmer sind je nach Zusammensetzung wirkungslos bis gefährlich. Appetitzügler, die Quellstoffe, Ballaststoffe und Fettbinder enthalten, können zu Verstopfung und im schlimmsten Fall zum Darmverschluss führen. Mittel, in denen Entwässerungsmittel wie Brennnesseln, Birkenblätter, Wacholder oder Hauhechel enthalten, sind für den Verdauungstrakt ebenfalls als gefährdend einzustufen.

Es gibt allerdings auch Mittel, die eingeschränkt empfehlenswert sind. Diese enthalten in der Regel Hemmstoffe wie Orlistat, die sich auf die Fettverdauung auswirken.

Aber auf dem Markt gibt es weitaus mehr ominöse Mittel, die für den Konsumenten gefährlich werden können, da pharmakologisch wirkende Stoffe, die nicht deklariert sind und teilweise in hohen Dosen zugefügt wurden, enthalten sind. Beispielsweise enthalten viele Appetitzügler Sibutramin, welches in der EU bereits seit 2010 verboten ist.

Auch DNP (2,4-Dinitrophenol), eine Industriechemikalie, die selbst in geringen Dosen Leber, Niere, Herz, Nerven und Blutbildung schädigen kann, konnte in einigen Nahrungsmittelergänzungen nachgewiesen werden.

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Zudem wird von einigen Herstellern Synephrin, welches mit Koffein vermischt wird, eingesetzt. Der Wirkstoff versteckt sich dann meist unter dem Pseudonym Bitterorangenextrakt und das Koffein wird als pflanzlicher Extrakt wie Kaffee, Grüntee oder Guarana getarnt. Der Konsum der beiden Herz-Kreislauf belastenden Wirkstoffe kann gefährlich Folgen wie Bluthochdruck, Herzrasen, Schlafstörungen, Kammerflimmern bis hin zum Herzinfarkt nach sich ziehen.

Wie funktionieren Appetitzügler?

Die Wirkungsweise der Appetithemmer ist abhängig von der Zusammensetzung. In der Regel muss das Präparat vor jeder größeren Mahlzeit mit viel Flüssigkeit eingenommen werden. Die darin enthaltenen Quellstoffe blähen sich auf und füllen einen Großteil des Magens aus. Auf diese Art soll der Konsument zu einer geringen Nahrungsaufnahme bewegt werden.

Andere Arten von Appetithemmern hingegen sollen das Hungergefühl durch Wirkstoffe, die direkt auf das Zwischenhirn und das dort sitzende Hungerzentrum einwirken, vertreiben. Es soll also ein Teil des unwillkürlichen Nervensystems aktiviert werden. Weitere Wirkungen, die versprochen werden, können sein:

– ein längeres Sättigungsgefühl
– die Steigerung des Energieverbrauchs im menschlichen Körper
– eine euphorisierende Wirkung auf die Stimmung des Konsumenten

Die Hersteller der Appetithemmer behaupten, dass nach der oralen Einnahme der Kapseln oder Tabletten eine direkte Wirkung auf die Botenstoffe des Gehirns eintritt. So würde das Gehirn mit der Nachricht „Sättigung“ bearbeitet. Die Wirkung der Appetitzügler findet also nicht, wie man vermuten möchte, im Verdauungstrakt oder im Magen statt.

Wenn das Appetitzentrum im Gehirn tatsächlich beeinflusst wird, so macht der Appetitzügler seinem Namen alle Ehre. Der Konsument soll kein Hungergefühl mehr verspüren und so weniger Kalorien aufnehmen. Gleichzeitig soll auch der Kalorienverbrauch gesteigert werden. Allerdings halten die meisten Appetithemmer nicht, was die Hersteller versprechen.

Appetitzügler Test 2019

Im Internet gibt es unzählige Webseiten mit dem Titel „Appetitzügler Test 2019“. Nicht alle sind jedoch seriös. Wenn Appetithemmer getestet wurden, was in vielen Fällen zwar behauptet wird, aber in wenigen Fällen tatsächlich stattgefunden hat, dann können es in der Regel nur Selbstversuche, die wenig aussagekräftig sind sein. Schließlich reagiert jeder Mensch auf Nahrungsergänzungsmittel unterschiedlich.

Zudem kann die Wirkung von Appetitzüglern nur mit einer gewissen Anzahl von Probanden und in einer Langzeitstudie wissenschaftlich belegt werden. Genau deshalb werden Appetitzügler in der Regel als Nahrungsergänzungsmittel und nicht als Medikament deklariert. Grundsätzlich kann davon ausgegangen werden, dass nur die Tests offizieller Stellen wie der Verbraucherzentralen oder Stiftung Warentest ein objektives Bild der Appetitzügler zeigen.

Dennoch haben auch wir uns dazu entschieden, einen Appetitzügler Test durchzuführen – das Ergebnis sehen Sie nachstehend:

Appetithemmer Erfahrungsberichte

Wer sich im Netz über Appetitzügler informieren möchte, der sollte besser auf Erfahrungsberichte anderer Konsumenten schauen. Denn die ehrlichsten Meinungen erhält der Konsument von anderen Konsumenten. Jedoch sollte man nicht vergessen, dass die Langzeitwirkung der Produkte damit noch lange nicht bewiesen ist. Sicherlich haben die Leute, die eine Bewertung für ein Präparat abgeben, dieses ausprobiert, doch für welchen Zeitraum.

Wer einen Appetitzügler die ersten zwei Wochen genommen hat, kann eigentlich noch nicht sagen, ob er tatsächlich wirkt oder der Wunsch der Vater des Gedanken ist. Zudem sollten interessierte Konsumenten nicht nur die positiven Erfahrungen betrachten, sondern auch die weniger guten. Und zum guten Schluss kann die Wirkung des Appetithemmers bei einem selbst ganz anders ausfallen.

Appetitzügler ohne Rezept

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Die meisten Appetithemmer werden als Nahrungsergänzungsmittel geführt. Daher sind sie auch ohne Rezept erhältlich. Zwar gibt es auch einige Präparate, die vom Arzt verschrieben werden müssen und entsprechend als Arzneimittel gelten, doch die meisten Appetithemmer fallen in die Kategorie rezeptfrei. Die rezeptfreien Mittel, die in der Apotheke angeboten werden, haben in der Regel kaum Nebenwirkungen, doch meist auch kaum eine Wirkung.

Risikoreicher sind die Präparate, die im Internet angeboten werden, denn hier sind die Möglichkeiten für Angebote mit unerwünschten Inhaltsstoffen sehr viel größer. Was in Deutschland offiziell nicht auf den Markt kommen würde, kann im Internet vertrieben werden, solange es als Nahrungsergänzungsmittel benannt ist. Daher ist bei rezeptfreien Produkten immer Vorsicht geboten.

Natürliche Appetitzügler

Wer unter Übergewicht leidet, sollte bei der Wahl eines Appetitzüglers auch einmal über ganz natürliche Möglichkeiten nachdenken. Die Natur hält nämlich einige Lebensmittel parat, die beim Abnehmen helfen können. Mit diesen natürlichen Produkten ist niemand auf synthetisch erzeugte Pillen mit gefährlichen Nebenwirkungen angewiesen:

Olivenöl, Eier, Ingwer, Zimt

So heißen die Wundermittel, die den Appetit hemmen und die völlig natürlichen Ursprungs sind. Natürlich gibt es auch Nahrungsmittelergänzungen, die auf rein pflanzlicher Basis und ohne schädliche Inhaltsstoffe hergestellt wurden. Eine herausragende Wunderwirkung sollte jedoch niemand erwarten. Denn zum Abnehmen muss trotzdem auf Kalorien verzichtet werden und viel Bewegung ins Spiel gebracht werden.

Achtung: Nebenwirkungen

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Jedes Medikament, jede Abnehmpille und jedes Nahrungsergänzungsmittel kann mehr oder weniger schlimme Nebenwirkungen haben. Dazu zählt unter anderem auch der verhasste Jo-Jo-Effekt nach jeder Blitzdiät, der auch bei einer längerfristigen Einnahme von Appetitzüglern auftritt.

Doch neben der deutlichen Gewichtszunahme nach dem Absetzen können auch gravierendere Erkrankungen wie: Schlafstörungen, Nervosität, Unruhe, Bluthochdruck, Herzrasen auftreten.

Unser Fazit:

Die beste Möglichkeit, um der gesundheitlichen Unversehrtheit die Ehre zu geben, ist es, lediglich auf Appetitzügler mit natürlichen Inhaltsstoffen zurückzugreifen.

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