Viele Menschen, gerade Touristen gönnen sich gerne mal eine Fischpediküre um ihre Hornhaut loszuwerden doch sind sich den Gefahren oftmals nicht bewusst. So auch einer Frau, die sich am Ende alle 5 Zehen amputieren lassen musste. Wie hoch ist das Risiko in Deutschland und ist die Methode bald verboten? Der Tierschutz fordert schon seid längerer Zeit ein Verbot der Fischpediküre.

Was ist eine Fischpediküre?

Die Fischpediküre soll die Füße von Hornhaut befreien. Hierfür werden die Füße in Aquarien gehalten, in denen ein Schwarm Knabberfische, die auch unter den Namen Rötliche Saugbarbe oder Kangalfisch bekannt sind, schwimmen. Diese haben keine Zähne, sodass die Verletzungsgefahr gering ist. Sie stammen aus den Süßgewässern Syriens und der Türkei sowie weiteren angrenzenden Ländern.

Die Knabberfische beginnen dann, abgestorbene Haut von den Füßen abzuknabbern. Wie verschiedene Berichte vorgeben, soll das „Knabbern“ der Fische eine verjüngende und reinigende Wirkung auf die Haut haben. Daher ist die Fischpediküre ein echter Trend – vor allem in Urlaubsregionen wie Südeuropa und Thailand. Aber auch hierzulande gibt es viele Fisch-Spa, die eine Fischpediküre anbieten.

Wie reduzieren die “Knabberfische” die Hornhaut?

In der freien Natur knabbert bzw. saugt die Rötliche Saugbarbe eigentlich kleine Algen an Steinen und Pflanzen ab. Sie haben aber auch keine Hemmungen, an den menschlichen Füßen zu saugen und so die oberste aufgeweichte Hautschicht abzuknabbern. Ob dies freiwillig passiert oder sie zuvor hungernd gehalten wurden, sei mal dahingestellt.

Wie gut ist das Ergebnis wirklich?

Viele sind von der Anwendung einer Fischpediküre und den Ergebnissen durchaus angetan. Von daher scheint diese Methode durchaus zur Entfernung von Hornhaut zu taugen und das Ergebnis schöner und weicher Füße zu ermöglichen. Allerdings kann es auch sehr unangenehme Konsequenzen haben, wie wir Ihnen nachfolgend aufzeigen.

Tragischer Unfall: Fischpediküre führt zu Amputation aller 5 Zehen

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Der Stern hat im September 2018 einen Bericht veröffentlicht, bei dem es einem kalt den Rücken herunterläuft. So soll laut diesem eine junge Australierin namens Victoria Courthoys mittlerweile alle fünf Zehen des rechten Fußes verloren haben, nachdem sie sich vor vielen Jahren im Urlaub in Thailand mit einem gefährlichen Bakterium bei einer Fischpediküre angesteckt hat.

2010 war die junge Frau in Thailand und hat sich dort eine Fischpediküre „gegönnt“. Dabei hat sie sich, wie nach einer langen Leidenszeit mit vielen Erkrankungen, einem Ärztemarathon und erst zwei Jahre nach dem Urlaub herausgefunden wurde, mit den sogenannten Shewanella-Bakterien angesteckt. Diese sind vermutlich über die Fische und deren Bisse in den Körper gelangt. Ursache ist vermutlich eine alte Operationsnarbe, die sich im Anschluss an die Behandlung entzündet hat.

Nachdem die Ursache für das Leiden mit Fieber und Co. der jungen Frau diagnostiziert wurde, war es aber schon zu spät. Die Bakterien hatten bereits die Knochen zweier Zehen komplett zerfressen, sodass diese amputiert werden mussten. Damit aber noch nicht genug. 2016 verlor sie die Zehen drei und vier, 2017 dann auch noch den kleinen und damit letzten Zeh an ihrem rechten Fuß. Nun hat die junge Frau auch noch Angst, dass sie auch noch ihr Bein verlieren könnte, da sich die Shewanella-Bakterien noch immer in ihrem Körper befinden könnten.

Aids-Risiko nach Behandlung

Die Infektion mit den oben genannten Bakterien ist aber wahrlich nicht das einzige Risiko, dass Sie bei einer Fischpediküre eingehen. Auch viele weitere Keime und Viren können durch den Besuch in einem Fisch-Spa und das Knabbern der Fische an Ihren Füßen in Ihren Körper gelangen. Im schlimmsten Fall können sogar HIV und Hepatitis C durch die Fischpediküre übertragen werden, sodass sogar Lebensgefahr nach einem Besuch durchaus bestehen kann.

Daher sollten Sie sich den Besuch gut überlegen. Und wenn Sie sich dafür entscheiden, achten Sie unbedingt auf eine bedenkenlose Sauberkeit des Beckens. Denn dies wird schnell zum Brutkasten für besagte Keime und Viren. Aber selbst wenn dieser auf den ersten Blick sauber ausschaut, ist dies keine Garantie, dass nicht doch eine Ansteckungsgefahr besteht. Ein Risiko knabbert also quasi immer zusammen mit den kleinen Knabberfischen an Ihren Füßen.

Gegenmaßnahmen der Anbieter

Eines der größten Probleme ist, dass es vielerorts keinerlei Wasser-Hygienevorschriften für Fisch-Spa gibt. Das ist ein unhaltbarer Zustand. Seriöse Anbieter versuchen die Ängste und Risiken zu zerstreuen, indem sie offen mit ihren vermeintlich hohen Hygiene-Standards werben. So kommen in einigen seriösen Spa verschiedene Hygiene-Techniken zum Einsatz, um für reines und kristallklares Wasser zu sorgen. So soll das Infektionsrisiko minimiert werden. Zudem wird auch auf das Wohlbefinden der Fische geachtet, indem diese z. B. „Knabberpausen“ bekommen. Ob dies aber ausreicht, ist fraglich.

Tierschutzbehörde fordert Verbot von Fischpediküre

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Nicht nur aufgrund der Gefahren für den Menschen ist die Fischpediküre in Verruf. Auch die Tierschutzbehörde Peta wettert gegen die Fischpediküre. Moniert werden z. B. die schlechten Lebensbedingungen der Fische. Unter anderem sollen sie so lange hungern müssen, bis sie sich über die Füße der Kunden hermachen und deren Haut fressen – eigentlich nicht ihr natürliches Verhalten.

Auch die hygienischen Bedingungen in vielen Fisch-Spa werden negativ bewertet. Zudem kommt es in den natürlichen Lebensräumen der Rotlichen Saugbarbe zu Überfischung, sodass z. B. die Türkei diese Fischart bereits unter Rechtsschutz stellen musste. Daher wird dringend von einer Fischpediküre abgeraten.

Welche Erfahrungen haben Leute mit der Fischpediküre gemacht?

Sucht man im Internet nach Erfahrungen mit der Fischpediküre, gibt es einige positive Stimmen, die die Wirkung dieser Methode loben und von wirklich schöneren Füßen berichten. Überwiegend wird aber eben vor den Gefahren und Risiken durch verschmutzte Becken berichtet. Gerade im Ausland ist dies ein großes Risiko. Aber auch in Deutschland kann es aufgrund fehlender Hygiene zu Problemen nach dem Besuch eines Fisch-Spa kommen.

Neben dem Fall aus Australien mit der Amputation von fünf Zehen gibt es z. B. noch weitere Meldungen, die von negativen Folgen eines Besuches eines Fisch-Spa berichten. So soll eine 20-jährige Frau aus New York nach einer Fischpediküre monatelang Probleme mit ihren Zehennägeln gehabt haben. Diese rissen ständig, lösten sich sogar ab und wuchsen nicht vernünftig nach. Wie Sie sehen, gibt es also viele Risiken und die Gefahr von Nebenwirkungen bzw. unangenehmen Folgeerscheinungen, die durch eine Fischpediküre entstehen können.

Wo können Behandlungen gebucht werden?

Fisch-Spa, die eine Fischpediküre anbieten, gibt es nicht nur in den klassischen Urlaubsregionen wie auf Mallorca oder in Thailand. Auch in zahlreichen deutschen Städten gibt es Anbieter, bei denen Sie Ihre Füße von den Knabberfischen bearbeiten lassen können – wenn Sie dies denn trotz unserer Warnungen noch wollen. Unter anderem gibt es in vielen Städten von NRW, aber auch in Hamburg, Berlin oder München die entsprechenden Spa. Bei Interesse finden Sie über eine Suche bei Google sicherlich auch einen Anbieter in Ihrer Nähe.

Was kostet eine Fischpediküre Behandlung?

Die Preise für eine Fischpediküre variieren natürlich je nach Anbieter. Im Schnitt können Sie mit ca. 20 Euro pro Person für eine halbstündige Anwendung rechnen. Bei einigen Anbietern mag die Fischpediküre etwas teurer sein, bei anderen etwas günstiger. Achten Sie aber auf jeden Fall auf die Einhaltung der notwendigen Hygiene, wenn Sie sich schon diesem dennoch nicht kalkulierbaren Risiko aussetzen wollen.

Fazit

Die Fischpediküre mag bei der Hornhautentfernung tatsächlich positive Effekte erreichen. Die kleinen Fische können also wirklich für schönere und gepflegtere Füße sorgen, indem sie abgestorbene Hautpartikel absaugen bzw. abknabbern. Die Risiken sind aber nach unseren Eindrücken groß und überwiegen den positiven Effekt. Die Folgen, die aus einer Fischpediküre entstehen können, können sogar lebensbedrohlich werden. Das muss natürlich nicht immer der Fall sein. Aber ganz wegwischen und außer Acht lassen sollten Sie das Risiko auf keinen Fall. Von daher ist unsere Empfehlung, eine Fischpediküre nicht anzuwenden, sondern lieber zu anderen Methoden zu greifen, um Hornhaut zu entfernen. Nicht nur Ihre Gesundheit, sondern auch die kleinen Knabberfische werden es Ihnen danken.

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